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Freund aus alter Heimat stürzt sozial ab

15. März 2016 um 3:13

Hallo alle zusammen,
bin neu hier im Forum und wollte eine Geschichte mit euch teilen, weil ich dazu einfach mal noch andere Meinungen hören möchte, was die richtige Möglichkeit ist, zu reagieren.

Es geht, wie der Titel schon sagt, um einen Freund von mir, der meiner Meinung nach dabei ist immer mehr sozial abzustürzen.

Um die Situation gut zu erklären muss ich aber erst mal etwas weiter ausholen (es ist wirklich eine ziemlich lange Geschichte, also lest es wirklich nur, wenn ihr euch die Zeit nehmen könnt und wollt ):

Meinen Kumpel hab ich vor ungefähr 4 Jahren kennengelernt, als ich nach meinem Abitur ein paar Monate als Bundesfreiwilligendienstleiste nder (Bufdi) in einem Altenheim bei uns in der Gegend gearbeitet habe.
Er hat zu dieser Zeit dort auch als Bufdi gearbeitet, das war logischerweise dann auch der Grund, weshalb wir häufiger miteinander zu tun hatten und uns so auch besser kennengelernt haben und schließlich Freunde wurden.

Mir war schon immer bewusst, dass er psychische Probleme hatte/hat, was man unter anderem an seinem Verhalten merkte, wir haben uns aber auch darüber unterhalten. Er hat mich nie genau über die exakten Hintergründe aufgeklärt, auf jeden Fall wusste ich, dass er in seiner Jugend Anti-Depressiva nehmen musste und sich auch selbst verletzte (Arme immer wieder aufkratzen u.Ä.), er hatte zudem auch immer extreme Konzentrationsprobleme, konnte selten lange bei einer Sache bleiben bzw. bei einem Gesprächsthema. Trotz alldem war er immer ein netter Typ und es war eigentlich meistens ein spaßige und humorvolle Freundschaft.

Zu seinen Problemen kam aber noch, dass er mit seiner Freundin ein Kind hatte, was aber eigentlich nicht geplant war (die beiden waren Anfang 20), und was das Leben der beiden ziemlich auf den Kopf stellte. Da die Eltern seiner Freundin geschieden waren und sie zu ihnen auch kein sonderlich gutes Verhältnis hatte, zogen sie zusammen in meine alte Heimat, weil dort auch die Großeltern der Freundin wohnen und sie besser unterstützt werden konnten mit Babysitting usw. Mein Kumpel musste deshalb auch seine Ausbildung in seiner Heimat abbrechen, weil das mit dem Umzug usw. alles sehr schnell gehen musste und plötzlich passierte. Der Opa seiner Freundin hat im dann den "Job" als Bufdi bei uns im Altenheim besorgt.

Wir haben also folgende Situation:
Die beiden mussten ziemlich zackig weg aus ihrer ursprünglichen Heimat und leben jetzt zusammen in einer Wohnung mit Kleinkind, er mit psychischen Problemen und keinem vernünftigen Job (wir haben nicht viel mehr als 350 pro Monat als Bufdi bekommen), seine Freundin grad im letzten Schuljahr und erst mal auch keine guten finanziellen Aussichten. Sie wurden aber von den Großeltern so gut wie möglich unterstützt und zu diesem Zeitpunkt hatte ich eigentlich auch noch den Eindruck, dass die beiden alles trotz der recht chaotischen Situation doch verhältnismässig gut hingekriegt haben. Sie wollten das Kind gemeinsam großziehen, hatten sogar schon Pläne zu heiraten usw.

Das schien auch eine Zeit lang alles gut zu funktionieren, zumindest als ich noch in meiner alten Heimat lebte. Zu dem Zeitpunkt kannten wir uns dann ca. 1 Jahr und trafen uns häufiger.
Nach diesem Jahr musste ich dann aber aus meiner alten Heimat wegziehen, weil ich zu studieren begann. Ich lebe jetzt ungefähr 6 Std. von meiner Heimat entfernt, Kontakt zu Freunden von dort aufrecht zu erhalten gestaltet sich also nicht so leicht, wie man es gerne hätte.
Ich hatte zu meinem Kumpel aber immerhin alle 2-3 Monate telefonisch Kontakt.

Dann kam eine Zeit, in der ich mich ca. ein halbes Jahr nicht mehr bei ihm gemeldet habe, weil ich da mit dem Studium einfach sehr viel Stress hatte.
Als wir dann endlich mal wieder telefonierten, traute ich meinen Ohren kaum, als er mir erzählte, dass seine Freundin weg war.
Vor allem war es eine ziemlich absurde Geschichte, da sie wohl anfing, ihn mit einem Typen zu betrügen, weil er ihr in sexueller Hinsicht nicht mehr genügte.
Mein Kumpel erzählte mir, dass sie immer extremer wurde und schlimme Sachen forderte, wie z.B. beim Sex brutal geschlagen werden und ähnliche schlimme Sachen, die über "normales" SM hinausgehen. Was schließlich dazu führte, dass sie sich einen neuen Liebhaber suchte, denn sie im Internet kennenlernte und schlussendlich verließ sie ihn für diesen Typen und das mitsamt dem Baby. Zusätzlich dazu hat sie noch ihre Großeltern gegen meinen Kumpel aufgehetzt, in dem sie Lügengeschichten erzählt hat, von wegen er würde sich nicht vernünftig um das Kind kümmern und sie schlecht behandeln.

Das kam für mich dann trotzdem sehr überraschend, denn auch wenn sie immer ein chaotisches Pärchen waren und alles gerade so klappte, das es noch annehmbar war, schien doch beiden immer daran gelegen zu sein, dass es weiter geht und möglichst alles funktioniert, gerade auch für das Kind.

Wieder ein halbes Jahr später schaffe ich es endlich, ihn mal wieder zu besuchen, als ich sowieso in der Heimat bin (was gar nicht so leicht zu bewerkstelligen war, er ist und bleibt ein absoluter Chaot).
Er wohnt jetzt alleine in der Wohnung weiter, lässt aber alles komplett verwahrlosen, ehrlich, ich hab mich gefühlt wie in einem Messi-Haushalt, denn um ehrlich zu sein war es das auch: Überall liegt Müll rum, das Essen ist halb aufgegessen und am vergammeln, es stinkt, wirklich fürchterlich. Ich war damals wirklich sehr schockiert, so schlimm hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. Alles scheint den Bach runter zu gehen, er raucht wieder extrem viel, nimmt häufig Drogen und achtet nicht auf sich selbst (Körperhygiene aber auch geistige Gesundheit). Er kann sein Kind fast nie sehen, weil seine Freundin ihn, wie schon gesagt, bei ihren ganzen Verwandten unbeliebt gemacht hat. Sein Leben scheint langsam aber sicher zu zerbrechen.

Mich hat das alles so sehr schockiert, dass ich mich seitdem nicht mehr bei ihm gemeldet habe, ich denke es war einerseits einfach wirklich aus Schock und andererseits aus Furcht, was denn als nächstes wieder passiert ist, wenn ich ihn anrufe, und ich das eigentlich gar nicht erfahren möchte. Er tut mir wirklich Leid und ich mache mir einerseits Sorgen um ihn, aber andererseits weiß ich auch nicht, wie ich ihm helfen soll, bzw. das überhaupt kann, vor allem über diese große Distanz.
Um ehrlich zu sein bin ich mir inzwischen auch nicht mehr sicher, ob ich überhaupt noch Kontakt zu ihm haben möchte, weil er inzwischen in ein Milieu reingerutscht ist, mit dem ich eigentlich nichts zu tun haben möchte, bzw. ich habe einfach Angst davor, weil ich zuvor noch nie jemanden kannte, der sozial so abgestürzt ist. Noch dazu kommen seine psychischen Probleme, die durch die ganze Situation natürlich wieder mehr ans Licht kommen und ihn psychisch labil machen.

In letzter Zeit denke ich immer wieder darüber nach, ob ich ihn nicht einfach mal anrufen sollte, habe aber andererseits auch Angst davor, was mich erwarten könnte. Der letzte Kontakt ist jetzt ungefähr ein Jahr her.

Was ist eure Meinung dazu?
Denkt ihr ich sollte mich bei ihm melden und falls ja, habe ich überhaupt Möglichkeiten ihm zu helfen?
Ist es legitim, dass ich darüber nachdenke, den Kontakt komplett abzubrechen, weil mir die ganze Situation einfach sehr unangenehm geworden ist und ich eigentlich nicht mehr weiß, was ich überhaupt tun könnte, und er das letztendlich selbst in den Griff bekommen muss?

Ich bin dankbar für jeden Tipp und jede Meinung und auch Kritik!

Und danke auch fürs Lesen, trotz der Länge

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15. März 2016 um 20:53

Kenne die Situation
Ich habe gerade eine ähnliche Geschichte. Nur mit einem Freund, der wie ein Bruder für mich war und den ich schon seit 13 Jahren kenne. Er meldet sich kaum, macht Schulden und treibt sich wieder mit seinen alten Drogenkumpels rum. Dabei war ich vor einem Jahr sein Rettungsanker und für kurze Zeit schien alles besser..

Dein Freund macht in meinen Augen noch viel mehr durch, als meiner. Dein Freund verlor sehr viel und hatte anscheinend schon immer einen Knacks. Du kannst versuchen ihm zu helfen, so einenr cihtigen Motivationsschub verpassen. Wenn er sich aber kaum meldet, nicht aus sich heraus kommt bzw. öffnet und sich nur vom leben runter drücken lässt, kannst du nichts mehr tun. Es gibt einen Punkt, da muss jeder seinen eigenen Weg gehen. Ich verachte meinen "ehemals besten Freund", da er sich gehen lässt und kaum meldet. Er wohnte für eine Zeit bei mir, hatte dann sogar eine Wohnung ein paar Straßenweiter und dann ging es wieder los mit Passivität und Failheit bzw. Einladung von Idioten. Mich hat er innerhalb von 2 Monaten vll 3 mal von alleine besucht. ich ging alle paar tage mal rüber, wollte ihm zum Training motivieren, aber öfters kam kurzfristige Absagen und nur selten wareine Teilnahme vorhanden, manchmal sogar keine Absage.

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